Künstlerfamilie Mahlknecht
Der Rainellhof in St. Ulrich (Gröden) ist die Wiege der Mahlknechts. Dort erblickte der außerordentlich talentierte Dominik Mahlknecht (1793-1867) das Licht der Welt. Als Jugendlicher zog er aus nach Frankreich. Er war in Lyon, Paris und Nantes um die dortige Kunstszene kennenzulernen und seine Bildhauerei zu perfektionieren. Mit 20 Jahren schaffte er den künstlerischen Durchbruch und gehörte fortan zu den ganz Großen der französischen Bildhauerei. 1826 ernannte ihn König Karl X von Frankreich zum "Bildhauer seiner königlichen Hoheit".
Der gleichen Wiege entstammt der begnadete Fassmaler Luis Mahlknecht (1910-2000), genannt Bera Luis da Rainell. Bereits als Kind zeigte sich sein großes malerisches Talent, das er voll entfaltete und an zahlreiche Malerinnen und Maler weiter gab. In manchen Jahren hatte er über 100 unter seiner Obhut. Innovativ wie er war, führte er in der 50-er Jahren erfolgreich das Lasieren der in Holz geschnitzen Figuren mit Ölfarbe ein.
Jetzt holen wir ein bisschen aus, um den zweiten kreativen Faden der Mahlknecht-Künstler einzuweben. Bereits im 19. Jahrhundert gehört Gröden/Val Gherdeina zu den größten Schnitzhochburgen der Welt. Zahlreiche Schnitzer aus dem Tal besuchten die Akademien in München und Wien. Ferdinand Demetz-Furdenan war so ein akademischer Bildhauer. Er kam in die Heimat zurück und gab sein Wissen in einer von der kaiserlichen Regierung in Wien anerkannten Kunstschule mit großer Werksstätte weiter.
Der künstlerisch begabte Virgilio Dorigo (1866-1958), eines von 15 Kindern der Familie Dorigo aus Lasta/Fodom, durfte bei Ferdinand Demetz-Furdenan das Schnitzen erlernen. Er war kreativ, fleißig und hatte in Gröden seine neue Heimat gefunden. Bald war er Bildhauermeister, schuf sich einen ausgezeichneten Namen und belieferte seine Kunden in ganz Europa, mit besonders guten Kontakten nach London.
Der Ehe mit Rosina entspross Augusta. Sie heiratete den Sparkassendirektor und späteren Bürgermeister von St. Ulrich, Franz Prugger. Von den fünf Kindern kam vor allem bei Gilo und Rosemarie Prugger die kreative Ader ihres Großvaters am stärksten zum Ausdruck.
Da beginnt sich der Faden zu verweben. Erich Mahlknecht, einer der Söhne des Bera Luis, heiratet Rosemarie Prugger. Beide hatten damals ihre kreativen Wege bereits eingeschlagen. Als 18-jähriger hatte Erich nach Beendigung der Fachschule für Fassmalerei seine eigene Werkstatt aufgebaut und bildete bereits Lehrlinge aus. Rosemarie strebte immer schon in den Bereich der freischaffenden Künstlerin. Nach den Unterrichtsjahren als Zeichnen- und Handarbeitslehrerin und mit der Geburt ihrer Kinder Teo und Lea setzte sie den Schritt in die Selbstständigkeit, wurde Bildhauerin und Modellgestalterin mit eigenen Kollektionen. 1978 gründete sie die Schnitz- und Malerwerkstätte Romy.
Erich trat 1973 das Erbe seines Vaters Luis Mahlknecht bei der Firma Anri als Fassmalereimeister an. Mehrere Dutzend Malerinnen bildete er bis 1984, seinem Übertritt in die Firma Romy, aus. 1999 komplettierten - nach den Abschlüssen ihrer jeweiligen Studien - Tochter Lea (Fassmalereimeisterin) und Sohn Teo (Bildhauermeister) den heutigen Familienbetrieb Romy. Teo Mahlknecht ist als Bildhauermeister somit der einzige Nachkomme des berühmten Dominik Mahlknecht da Rainell.
Um seine kreative Ader voll ausleben zu können, betreibt Teo erfolgreich das Kunst-Atelier unter der Eigenmarke "Byteo". Kern seines Schaffens sind humorvoll geschnitzte Unikate vielfach in faszinierender Kombination mit modernster teils computergesteuerter Technik. Damit hat er Neuland betreten, das ihn in Ausstellungen bis nach Colorado (USA) brachte.
Byteo's Leitsatz: "Ert y ironia zipleda tl lën", was so viel heißt wie:
Kunst und Ironie in Holz geschnitzt.
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